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Philippinen: Internetsurfen in Wellenreiterparadies

 IPS Montag, 21. Februar 2011

Auf der kleinen philippinischen Insel Lubang im Südchinesischen Meer kann das Leben recht eintönig sein: Wasser wohin das Auge blickt. Doch für einige Kinder ist das Leben in dem Wellenreiterparadies erheblich interessanter geworden. Sie profitieren von einem Projekt, das ihnen erlaubt, die Welt über das Internet zu erschließen. (434 Wörter) - Von Von Kara Santos

IPS_Kinder der Lubang-Insel

Ende der Welt mit Anschluss – Bild: eKindling/Lubang Tourism

Die 30 Kilometer lange und 8,5 Kilometer breite Insel liegt 150 Kilometer südwestlich der philippinischen Hauptstadt Manila. Hier wurden 95 Viertklässler im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der Non-Profit-Organisation 'Education Kindling' (eKindling), dem Bildungsministerium und dem Nationalen Computerzentrum mit Laptops ausgestattet.

"Damit auch diese Kinder im 21. Jahrhundert eine Chance haben, müssen wir die Bildung auf den Philippinen überdenken und neu erfinden", meint der eKindling-Leiter Ryan Letada. "Die große Herausforderung besteht darin, Mädchen und Jungen zu einem lebenslangen Lernen zu befähigen, damit sie die Probleme der Zukunft erkennen und lösen lernen und Führungsqualitäten in unserer digitalen und vernetzten Welt erlangen."

Die Laptops haben die Größe von Schulbüchern. Sie besitzen einen integrierten WLAN-Anschluss und einen drehbaren Bildschirm, auf dem Inhalte und Bilder selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gut erkennbar sind. Entwickelt wurden die kostengünstigen, energieeffizienten und robusten Geräte von der Stiftung 'One Laptop per Child' (OLPC) der US-amerikanischen Nonprofit-Organisation 'One Laptop per Child Association' des Internetpioniers Nicholas Negroponte,

Soft- und Hardware der sogenannten XO- oder '100-Dollar'-Notebooks wurden inzwischen aufgerüstet. Das Modell XO-1.5 ist derzeit für 229 US-Dollar zu haben. Es verfügt über einen leistungsstarken Rechner mit einem deutlich größeren Arbeitsspeicher und einem Dual-Boot-System, das auf freie und offene Softwareprogramme zurückgreift.

Hinter dem Open-Source-Projekt steckt die Idee, Schülern in Entwicklungs- und Schwellenländern den Zugang zu modernem Wissen über digitalisierte und vielfältige Medien zu ermöglichen. Der Laptop kann zum Lesen eines Buches (als E-Book oder als modernes Kommunikationsmittel verwendet werden.

Lebensnaher Unterricht

Die Computer sind mit einem speziellen Lernprogramm ausgestattet. Tessa Yuvienco zufolge, bei eKindling für Bildungsprogramme zuständig, ist der Meinung, es sei wichtig, die Denkweise der philippinischen Lehrer zu verändern und sie vom Sinn eines möglichst lebensnahen Unterrichts zu überzeugen. Als Beispiel nennt sie ein Mathe-Tool, das Schüler unternehmerische Fähigkeiten vermittelt.

Da gerade Schulen in entlegenen Gebieten unter einem Mangel an anspruchsvollen Lehrmaterialien leiden, kommen die Laptops gerade recht. Denn sie verschaffen den Kindern Zugang zu sämtlichen Informationen und E-Mail-Büchern, die sie benötigen. Da die Kinder die Notebooks bis zur sechsten Klasse behalten, will eKindling weitere 400 weitere Geräte liefern, um auch die nächste Generation von Viertklässlern computerfit zu machen.

Original veröffentlicht von Inter Press Service. © www.streetnewsservice.org

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